Claudia Ludwig · Dezember 4, 2025

Was Sie beachten sollten, wenn Sie eine Glas – Erweiterung zu Ihrem Zuhause hinzufügen

Glasbasierte Erweiterungen sind nichts Neues. Erste, eher einfache Konstruktionen gibt esbereits seit dem 17. Jahrhundert, doch ihren Aufschwung erlebten sie imviktorianischenZeitalter, als Glas besser verfügbar wurde, die Glassteuer abgeschafft wurde undVerbesserungen bei Metallen den Designern neue Möglichkeiten eröffneten. Ursprünglichwurden solche Bauten meist für exotische Pflanzen und Früchte genutzt, doch heute stehenviele andere Nutzungen im Vordergrund.

Ob Gartenräume, Wintergärten, Orangerien oder andere glasbasierte Erweiterungen–heute gibt es sie in den unterschiedlichsten architektonischen Stilen. Viele unserer Kundenmöchten damit mehr Platz schaffen und mehr Tageslicht ins Haus holen. Eine Glas-Erweiterung ist eine gute Möglichkeit, die Grundfläche eines Hauses zu vergrössern, denWohnkomfort zu erhöhen und zugleich den Immobilienwert zu steigern. Besonders beliebtsind sie in England und Nordeuropa, wo der Sommer kurz ist–ein lichtdurchfluteter,wettergeschützter Raum bringt oft mehr Freude als ein grosser Garten.

Ein solcher Raum lädt die ganze Familie zu jeder Jahreszeit zum Verweilen ein. Er holt denGarten ins Haus. Zudem ist er multifunktional–man kann dort essen, entspannen, arbeitenetc. Selbst im Frühling oder Sommer, wenn es morgens noch zu kühl ist, um draussen zufrühstücken, bieten Glas-Erweiterungen ein wunderbares Lebensgefühl.

Welche Art von Glas-Erweiterung ist die richtige?

Die Architektur des bestehenden Gebäudes und die geplante Nutzung der neuen Fläche sindentscheidend für die Wahl der passenden Erweiterung. Auch das Budget spielt eine Rolle.Ein einfacher Gartenraum mit minimalem Fundament ist kostengünstiger als einvollwertiger Anbau ans Haus, bei dem Planungsrecht, Dämmung und Fundamentierungberücksichtigt werden müssen.

Auch die Ausrichtung des Hauses und der geplanten Erweiterung ist wichtig. Je nachHimmelsrichtung kann mehr oder weniger Glas sinnvoll sein–bei zuviel Sonne kann es imSommer schnell unangenehm heisswerden.

Ein weiterer Aspekt: Wie einsehbar ist die Erweiterung? Ohne durchdachtes Design kannsie leicht zum ‚Goldfischglas‘ werden mit neugierigen Nachbarn, die alles mitbekommen.

In meinem eigenen Zuhause habe ich eine grosse Glas-Erweiterung an einemedwardianischen Reihenhaus angebaut und so eine offene Küche mit Essbereich geschaffen.Andere Kunden haben Wintergärten für Spiel-oder Musikzimmer errichtet, Gartenräumeals Homeoffice genutzt oder Orangerien als Verbindung zwischen Gebäuden geschaffen

Während ein viktorianischer Wintergarten gut zu einem entsprechenden Landhaus passenkann, wirkt oft ein bewusster Stilbruch interessanter. Wichtig ist jedoch, durch Materialwahl oder Details eine Verbindung zum Altbau herzustellen–etwa mit klassischenTonziegeln, aber moderner Formensprache.

Was ist beim Einrichten zu beachten?

Bodenhohe Schiebetüren bringen viel Licht und schaffen fliessende Übergänge zwischendrinnen und draussen, schränken jedoch die Möblierung ein. Wenn Wandfläche fürKunstwerke oder Schränke gebraucht wird, bieten große Fenster ohne Rundumverglasungeine bessere Lösung.

Die Dämmung gegen Hitze im Sommer und Kälte im Winterist essenziell. Doppel-oderDreifachverglasung bietet besseren Schutz als Einfachverglasung. UV-Filterschichtenschützen Möbel zusätzlich vor Ausbleichen.

Ich empfehle außerdem immer Jalousien oder Vorhänge. Für moderne Anbauten eignensich z. B. elektrisch steuerbare Rollos, die in der Decke eingelassen sind. Sie schützen nichtnur vor Sonne, sondern sorgen auch im Winter für Behaglichkeit.

Für ein traditionelles Glasgebäude in St John’s Wood habe ich kürzlich rundum Leinenrollosinstalliert, damit der Raum–ein Spiel-und Fernsehzimmer–abends gemütlicher wirkt undweniger einsehbar ist.

Im Winter ist Heizung ein grosses Thema. Klassische Heizkörper sind aufgrund derGlasflächen oft ungeeignet. Fussbodenheizung ist ideal, reicht bei grossen Erweiterungenaber nicht immer aus. Eine Kombination mit Konvektoren oder Bodenkonvektoren kannnotwendig sein.

Auch die Akustik darf nicht vergessen werden, daGlasräume ofthallen. Textilien, Teppiche,Fensterdekorationen und passende Beleuchtung verbessern den Klang deutlich. Ein weiterer Punkt: Beleuchtung. Dachfenster erschweren die Installation klassischerDeckenleuchtenundmüssen gegebenenfalls architektonisch integriert werden.

Benötigt man eine Baugenehmigung?

Ein Anbau kann unter das genehmigungsfreie Bauen fallen, muss aber trotzdem denBauvorschriften entsprechen. In Schutzgebieten oder bei denkmalgeschützten Gebäudengelten zusätzliche Regeln. Vor Baubeginn sollte unbedingt die örtliche Gesetzgebung geprüftwerdenundbei grösseren Projekten ist ein Architekt zu empfehlen.

Glasbasierte Erweiterungen werten Immobilien optisch und funktional auf. Siebringen aberauch Herausforderungen mit sich. Ein erfahrener Interior Designer kann dabei helfen, diesezu erkennen und zu vermeiden. Denn es gibt nichts Schlimmeres, als einen eigentlichwunderschönen Raum nicht richtig nutzen zu können, weil bei Planung oder Bau etwasübersehen wurde.

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